Bistum Fulda zeichnet Kulturarbeit aus


Innovationspreis für Elisabethkirche Kassel

Die Elisabethkirche Kassel hat vom Bistum Fulda den Preis für die beste kulturelle Innovation erhalten. Sechs Gewinner wurden für pastorale Initiativen gewürdigt. Der Preis wurde im Rahmen eines „Tag für Pastorale Innovation 2019“ am 26. Oktober in Fulda von Bischof Dr. Michael Gerber verliehen.


Wir öffnen den Raum der Kirche
„Wir haben Lust auf Experimente und Kooperationen mit der Kulturszene, das wurde vom Bistum Fulda jetzt als vorbildliche und innovativ ausgezeichnet“, so Marcus Leitschuh, der das Programm der Elisabethkirche mit Regionalkantor Thomas Pieper organisiert. Von Tanztheater bis Kabarett, Theater und Konzerte reicht das Angebot. Leitschuh: „Wir öffnen den Raum der Kirche und wollen gleichzeitig auch religiöse Fragen durch künstlerische Ausdrucksformen ins Gespräch bringen.“ Eine regelmäßige Zusammenarbeit besteht mit der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“. Weitere Partner waren schon die Kasseler Musiktage, das Staatstheater Kassel oder das Kasseler Kulturforum.


Zentrale katholische Kirche
Die Elisabethkirche ist die zentrale katholische Kirche in der Kasseler Innenstadt. Sie hat sich als „Kulturkirche“ den Schwerpunkt Musik und Kultur gewählt, was u.a. 2015 durch den Wechsel der denkmalgeschützen Bosch-Bornefeld-Orgel aus der evangelischen Bischofskirche Martinskirche in die Elisabethkirche deutlich wurde. „Als 2015 die Bosch-Bornefeld-Orgel ihre neue Heimat in der Elisabethkirche fand, haben wir uns gewünscht, dass die Investition ein Gewinn für die Kasseler Kulturlandschaft wird. Diese Hoffnung hat sich bewahrheitet“, schaut Pfarrer Peter Bulowski auf das letzte Jahr zurück. Neben klassischer Kirchenmusik gehören Kooperationen mit lokalen und überregionalen Kulturträgern und Künstlern ebenso zum Konzept wie die Vermietung für in den Kirchenraum passende Konzerte und eigene Veranstaltungen. Das Bistum Fulda zeigt alle fünf Jahre Begleitausstellungen zur documenta.


Lebendige Erfahrungen, Willkommenskultur, Kooperationen
Kriterien für die Auswahl der Projekte durch die Jury waren die Frage nach lebendigen Erfahrungen mit Jesus und dem Evangelium in der heutigen Lebenswelt, Zugehen auf Menschen außerhalb der klassischen Kerngemeinde, Willkommenskultur der Gemeinde, Kooperation mit Trägern aus Kultur und Gesellschaft und flexible sowie partizipative Arbeitsweise.


Kulturwandel
Bischof Dr. Michael Gerber machte im Gespräch mit Simone Twents und Thomas Bretz, die den Tag verantworteten, deutlich, dass es in der Entwicklung der Seelsorge mit den Menschen um einen „Kulturwandel“ gehe. In der Geschichte der Kirche habe es schon oft Ab- und Zusammenbrüche gegeben, durch die etwas Neues gewachsen sei. „Die Dynamik Jesu hat etwas mit unserer Innovation heute zu tun.“ In der heutigen multioptionalen Gesellschaft laufe die Sozialisation junger Menschen ganz anders ab als früher – diese Herausforderung gelte es anzunehmen und sich nach der Relevanz des Reiches Gottes unter uns zu fragen.


Risikobereit schöpferisch
Der Leiter des Seelsorgeamts im Bischöflichen Generalvikariat, Ordinariatsrat Thomas Renze überreichte die Urkunden: „Der Geist Gottes bewirkt auch heute, dass Menschen innovativ und risikofreudig sind – auch wir heute können mutig, risikobereit und schöpferisch-innovativ für die Kirche tätig sein.“ Es gelte, Neues auszuprobieren und Bewährtes in die Zukunft zu führen, um den Menschen von heute das Evangelium Jesu Christi „passgenau“ zu verkündigen.


Pioniere in den Pfarreien
Die Verantwortliche für den Tag, Simone Twents, Referatsleiterin für pastorale Innovation im Bistum Fulda, resümiert: „Der Tag hat eine unglaubliche Dynamik freigesetzt. Viele Innovateure im Bistum Fulda, die als Pioniere in ihren Pfarreien vor Ort neue Wege gehen, sind miteinander in Kontakt gekommen. Das schafft Synergien. Die visionäre Kraft ist da. Jetzt ist es Zeit für gutes Handwerk, um neuen Aufbrüchen gut zu dienen. Wir haben unsere Kraft als Bistum Fulda gespürt und gleichzeitig eine Kraft, die über die Summe unseres eigenen Handelns hinausgeht.“

Mehr Informationen zum Programm der Elisabethkirche findet man auf der Homepage und auf Facebook

 

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